Finningen
Finningen liegt an der römischen „Donausüdstraße“, die um das Jahr 50 n. Chr. vom Donauursprung bis Kelheim als militärische Grenzüberwachungsstraße gebaut wurde und die dann in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. große Bedeutung erlangte, weil sie damals die Hauptverbindung zwischen den wichtigen Garnisonsstädten Augsburg und Mainz bildete.
Zu den historischen Sehenswürdigkeiten gehört das Schloss Unterfinningen genauso wie die Pfarrkirchen Unter- und Oberfinningen, sowie Mörslingen. Unbedingt ansehen sollte man sich auch die 1894 errichtete Lourdesgrotte.
Finningen ist ebenfalls ein Wanderparadies mit vielen Möglichkeiten. Zu Fuß oder mit dem Rad erschließt sich die herrliche Wald- und Hügellandschaft. Der Malerwinkel im Vogelschutzgebiet Finningen ist einzigartig. Die idyllische Waldkapelle bietet einen atemberaubenden Panoramablick über das Donautal. Naturliebhaber finden in Finningen außerdem ein Biotop mit einem der bedeutendsten Bachmuschelbestände der Region.
Dominikus Ringeisen (1835–1904) - Gründer der Ursberger Anstalt, des heutigen Dominikus-Ringeisen-Werks (Sonntagsrätsel Antwort B)
Dominikus Ringeisen wurde am 6. Dezember 1835 in Unterfinningen als Sohn von Josef und Theresa Ringeisen geboren. Sein Geburtshaus befindet sich in der heutigen Ringeisenstraße 4.
Nach seiner Priesterweihe war er zunächst als Kaplan in Frankenried (1864–1871) und anschließend als Benefiziat in Obergünzburg (1871–1882) tätig. Im Jahr 1882 übernahm er in Kaufbeuren die Aufgaben eines Beichtvaters bei den Schwestern der seligen Kreszentia sowie eines Religionslehrers an der Klosterschule.
Mit dem Erwerb des ehemaligen Prämonstratenserklosters Ursberg im Jahr 1884 legte Ringeisen den Grundstein für sein bedeutendes soziales Lebenswerk. Dank einer Spende konnte er das Kloster vom Staat erwerben und dort eine Einrichtung zur Betreuung und Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung aufbauen.
In den folgenden Jahren erweiterte er sein Werk durch den Erwerb weiterer Einrichtungen und Anwesen in Schwaben, Oberbayern, Niederbayern und Unterfranken. Um die Betreuung der Menschen dauerhaft sicherzustellen, gründete er 1897 die St.-Josephs-Kongregation vom Dritten Orden des heiligen Franziskus.
Dominikus Ringeisen verstarb am 4. Mai 1904 in Ursberg, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand.
Anlässlich seines 100. Todestages im Jahr 2004 würdigte seine Heimatgemeinde Finningen sein Wirken mit der Einweihung des Dominikus-Ringeisen-Platzes. Eine vom Münchner Künstler Alfred Göring gestaltete Bronzeplatte mit seinem Porträt erinnert dort an den Priester und sein außergewöhnliches soziales Engagement. Sein Lebenswerk besteht bis heute im Dominikus-Ringeisen-Werk fort.
Wappenbeschreibung der Gemeinde Finningen
Amtliche Wappenbeschreibung: „Gespalten; vorne unter schwarzem Schildhaupt, darin nebeneinander drei sechsstrahlige goldene Sterne, in Gold ein steigendes blaues Einhorn; hinten in Rot über einem gesenkten silbernen Balken, belegt mit dem gotischen Großbuchstaben A, ein runder goldener Zinnenturm.“
Das Einhorn ist dem Wappen der Herren von Finningen entnommen, die von 1268 bis 1360 als Ortsadelgeschlecht nachweisbar sind. Das Augsburger Kloster St. Ulrich und Afra war bereits 1132 in Oberfinningen, damals Vinningen genannt, begütert und erwarb später den Großteil der Güter in Oberfinningen und Unterfinningen. Unter Abt Johann Hohensteiner wurde 1443 der Grunderwerb im Gemeindegebiet abgeschlossen. Aus diesem Besitzkomplex bildete sich eine Hofmark mit eigenem Niedergericht, die bis zur Säkularisation 1802 bestand. Daran erinnern die drei Sterne aus dem persönlichen Wappen des Abtes (SONNTAGSRÄTSEL ANTWORT D). Die hintere Schildhälfte steht für Mörslingen. Die Herrschaft Mörslingen gehörte im 14. Jahrhundert den Herren von Altheim, deren Adelssitz Goldburg genannt wurde und nordöstlich des Ortes auf dem Goldberg lag. Ihr Wappen zeigte einen mit einem gotischen Großbuchstaben A belegten Balken. Dieses Wappenbild sowie die goldene Burg erinnern an dieses für Mörslingen bedeutende Adelsgeschlecht.
Geschichten und Sagen rund um Finningen
Die Wichtele
Ins Haus der Urureltern des Rufenbauern zu Unterfinningen kamen einst in den Nächten die Wichtelmännchen. Sie nahmen den Bauersleuten die Arbeit ab, buken, wuschen, strickten und flickten. Nur durfte sie niemand bei ihrem heimlichen Tun beobachten. Aus Neugierde und um den geheimnisvoller Wesen einen Streich zu spielen, stellte einmal die Bäuerin ein Schaff voll Wasser im Hausgang auf. Als sie anderntags saftige Küchlein buk, erschienen wieder die Wichtele. Vermutlich wollten sie für ihre guten Dienste belohnt werden und sich ein paar schmackhafte "Kiachla" abholen. Die geizige Bäuerin aber rannte ihnen nach und brannte sie mit dem Küchlesspieß. Auf der Flucht plumpsten einige der kleinen Männlein in das Wasserschaff. Der Bauersfrau gelang es aber nicht, eines der Wichtele zu fassen. Seit diesem Geschehen blieben die dienstbaren Geister dem Hofe fern. Gewohnt haben die Wichtele angeblich in einem unterirdischen Gang an Fuße des Kirchberges von Unterfinningen. Es handelt sich hier wohl um einen geheimen Fluchtweg, der zum Schlössle, der ehemaligen Wasserburg führte (heutige Landgasthof "Zum Schlössle"). Als dessen Zugang noch nicht vermauert war, wollen manche Unterfinninger darin sogar mit eigenen Augen die kleinen Tische und Stühle der Wichtele gesehen haben.
Füllefresser und Holinger
Einst besaß ein Bauer aus Herrenfinningen (Unterfinningen) ein nettes Füllen. Mit ungefähr einem Jahr ging es plötzlich ein. Traurig verscharrte es der Bauer auf einem entlegenen Acker. Als die Bauernfinninger (Oberfinninger) davon erfuhren, tat es ihnen leid um den jungen Braten. Heimlich schlichen einige von ihnen an den bewußten Acker in der Unterfinninger Flur, gruben das verendete Füllen aus und säbelten sich die besten Stücke ab. Darum neckt man die Oberfinninger, wenn man sie ärgern will, heute noch als „Füllefresser“.
Diese rächen sich aber dafür an den Unterfinningern und heißen sie, die angeblich das halb aufgegessene Füllen wieder holten, „die Holinger“.
Quelle: Sagen des Landkreises Dillingen Herausgeber: Alois Marb, Hans Bäuml und Martin Griffig (1971)




