Auf dem Bild von links: Bürgermeister Gerrit Maneth, Altbürgermeister Gerhard Kornmann, Landrat Leo Schrell (Foto: C. Kohout, Stadt Höchstädt)
Auf dem Bild von links: Bürgermeister Gerrit Maneth, Altbürgermeister Gerhard Kornmann, Landrat Leo Schrell (Foto: C. Kohout, Stadt Höchstädt)
Auf dem Bild von links: Bürgermeister Gerrit Maneth, Altbürgermeister Gerhard Kornmann, Landrat Leo Schrell (Foto: C. Kohout, Stadt Höchstädt)
Höchstädt ist stolz auf Altbürgermeister Gerhard Kornmann

24 Jahre leitete Gerhard Kornmann die Geschicke unserer traditionsreichen und liebenswerten Donaustadt als 1. Bürgermeister in herausragender und unnachahmlicher Weise. Aufgrund seiner vielfältigen Verdienste beschloss der Stadtrat einstimmig, ihn mit dem Ehrentitel „Altbürgermeister“ zu würdigen.

Erster Bürgermeister Gerrit Maneth hieß im Rahmen einer würdigen Feierstunde außer dem Ehrenbürger Gerhard Kornmann mit seiner Frau und seinen Töchtern die geladenen Gäste im Sitzungssaal des Rathauses herzlich willkommen, u.a. Herrn Landrat Leo Schrell, die amtierenden Stadträte mit 2. Bürgermeister Stephan Karg und 3. Bürgermeister Hans Mesch, die Ehrenmedaillenträger der Stadt Höchstädt, ehemalige Wegbegleiter aus der Verwaltung sowie Frau Simone Bronnhuber von der Donau-Zeitung. Die musikalische Umrahmung gestaltete in herausragender Qualität das Männerensemble Höchstädt-Binswangen unter der bewährten Leitung von Anton Kapfer.

Landrat Leo Schrell umriss in seinem sehr persönlichen Grußwort die langjährige konstruktive politische Verbindung zwischen ihm und Gerhard Kornmann, während der er ihn kennen und schätzen gelernt hat. Der Landrat bezeichnete den Ehrengast als starke Persönlichkeit, geradlinig, diskussions- und kontaktfreudig. In Erinnerung ist ihm geblieben, dass Herr Kornmann zu den Sitzungspunkten klar seine Meinung äußerte, dabei für jedes Argument zugänglich war und seine Entscheidungen mit gesundem Menschenverstand nach Abwägung des Für und Wider traf. Für den Landrat stand fest, dass die heutige Ehrung die logische Schlussfolgerung seiner politischen Laufbahn ist.

Daran anschließend fungierte Bürgermeister Maneth als Laudator und beleuchtete den Werdegang Kornmanns sowie seine Verdienste um die Stadt Höchstädt. Bei seiner ersten Wahl im Jahr 1978 absolvierte Gerhard Kornmann seine Hausbesuche als passionierter Landwirt oft in Gummistiefeln, als er die Landwirte während ihrer Arbeit in deren Ställen besuchte und um ihre Stimmen warb, so erzählte Maneth schmunzelnd. Kornmanns ehrliche Art und seine Intelligenz überzeugten; bei der entscheidenden Podiumsdiskussion gewann er die Herzen der Höchstädter und wurde zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister unserer Stadt gewählt.

Eine neue Ära begann im Rathaus Höchstädt und bis heute sind Kornmanns Spuren in Höchstädt sichtbar, bis heute zollen ihm die Bürger Respekt. Herausragende Verdienste erwarb sich Bürgermeister Kornmann z.B. bei der Gebietsreform im Zuge der Gründung der Verwaltungsgemeinschaft, dem Neubau des Rathauses, der historischen 900-Jahr-Feier im Jahr 1981, dem Aufbau des Heimatmuseums mit dem weltberühmten Diorama der Schlacht von 1704, dem Bau der Nordschwabenhalle als Dreifachturnhalle, der Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten, dem Bau der Abwasserreinigungsanlage sowie dem Neubau von Kindergärten. Zwischen den einzelnen Aufzählungen streute der Laudator humorvoll einige amüsante Episoden aus dem Dienstleben des Ehrengastes ein. Hier sei stellvertretend nur eine erwähnt: Einmal drohte dem damaligen Bürgermeister Kornmann eine Höchstädter Bürgerin aus Verärgerung mit einer Watschn. Diese Ankündigung parierte er stocktrocken mit der Aussage „Wenn Sie das Echo vertragen können, dann nur zu“. Perplex und letztendlich nach einem dann konstruktiven Gespräch zog die Dame zufrieden von dannen.

Kornmanns Zeit als Stadtoberhaupt war laut Gerrit Maneth ein Glücksfall für die aufstrebende kleine Donaustadt. Er war ein Bürgermeister mit Herz und Verstand, offen für jedes Anliegen seiner Bürger. Als Rathauschef hat er nie parteipolitisch agiert, im Gegenteil, seine Arbeitsweise war immer sachorientiert, er verstand es vortrefflich, die verschiedenen Interessen der Parteien auf einen Nenner zu bringen, so dass die Abstimmungen und Entscheidungen der Gremien größtenteils einvernehmlich erfolgten.

Für ihn persönlich, so der Laudator, war Herr Kornmann ein großes Vorbild. Mit den Worten „Gerade deshalb ist es für mich heute eine sehr große Ehre, mit Gerhard Kornmann zum ersten Mal in der Geschichte unserer Stadt Höchstädt einen Würdenträger mit dem Ehrentitel „Altbürgermeister“ auszeichnen zu dürfen“, überreichte er ihm die Ernennungsurkunde. Unter anhaltendem Applaus trug sich der neu gekürte „Altbürgermeister“ in das Goldene Buch der Stadt Höchstädt ein.

Anschließend amüsierten sich die anwesenden Gäste über die lebhafte Rede Kornmanns. In gewohnt unterhaltsam lockerer Weise ließ dieser seine „sehr schöne Zeit als Stadtoberhaupt“ Revue passieren. Sein Dank galt vor allem den Stadträten und den Mitarbeitern während seiner Amtsperiode, ohne die gute Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg wäre die Verwirklichung der o.g. Maßnahmen nicht möglich gewesen. Er endete mit den Schlussworten: „Vor meiner ersten Wahlperiode ging ich von Haus zu Haus und warb um die Stimmen der Bürger. An eine ältere Dame erinnere ich mich noch gut, ich traf sie kurz nach meiner erfolgreichen Wahl wieder und bedankte mich für ihre Stimme. Da konterte diese Wählerin: „Ach wissen Sie, ich habe Sie nicht aus Überzeugung, sondern aus Mitleid gewählt.“

Eine besondere Überraschung hielt Bürgermeister Maneth als Geschenk für den neu ernannten „Altbürgermeister“ parat. Ausgehend von dem Gedanken, dass Gerhard Kornmann privat ein Naturfreund und als Bürgermeister standfest wie eine Deutsche Eiche war, entstand die Idee, für ihn zu diesem Ehrentag eine Eiche im Stadtpark zu pflanzen. Diese Eiche, so Bürgermeister Maneth, soll die nachfolgenden Generationen an das 24-jährige erfolgreiche Wirken Kornmanns für unsere Heimatstadt erinnern. Im Anschluss bedankte sich der Bürgermeister bei allen, die zum Gelingen der Feier beigetragen haben. Mit den allerbesten Glückwünschen zum 80. Geburtstag und im Beisein der Gäste wurde die frisch gepflanzte noch junge Eiche im Stadtpark offiziell enthüllt.