Schloss Höchstädt (Foto: Bernd Müller)
Schloss Höchstädt (Foto: Bernd Müller)

Schloss Höchstädt

Zur Geschichte

Burg Höchstädt

Ursprünglich befand sich am Standort des Schlosses die Burg der Herren von Höchstädt. Sie stammt aus staufischer Zeit, spätestens besteht sie seit etwa 1150, urkundlich wird die Burg erstmals 1270 erwähnt.

Als erste Baumaßnahme wurde der Hügel entweder künstlich aufgeworfen oder von dem hier auslaufenden Höhenzug abgetrennt. Der Burghügel liegt hart am Rande einer großen Donauschleife, diese bietet einen natürlichen Schutz gegen Süden und Osten. Der frei vor der Burg stehende Turm, der sogenannte Burgfried, befand sich auf einem abgesonderten Hügel. Er wurde in den späteren Schlossbau integriert. Die Gebäude der Burg befanden sich hinter einem Abschnittsgraben innerhalb der Ringmauer. Die Burg war der Kristallisationskern für einen erweiterten Burgbereich bzw. eine kleinere entstehende städtische Siedlung. Von der Burg aus erstreckte sich ein kleines Stadtareal in nordwestlicher Richtung, die Pfarrkirche in der neuen Stadt bildete einen Gegenpol. Damit war Höchstädt eine typische mittelalterliche Burgenstadt.

Schloss Höchstädt

Das Renaissance-Schloss wurde erbaut in den Jahren 1588 bis 1598. Herzog Philipp Ludwig beschloss in den 1580er Jahren diesen Umbau der Burg. Es war als Witwensitz für seine Gemahlin Anna gedacht, eine geborene Herzogin von Jülich, Kleve und Berg.

Planung und Ausführung lagen in den Händen von Hofbaumeister Sigmund Doctor, als Oberaufsicht, und Baumeister Gilg Vältin, Roveredo. Bei letzterem handelt es sich um einen beachtenswerten Meister aus Graubünden mit starkem Einfluss auf das künstlerische Schaffen im süddeutschen Raum in der späten Renaissance- und frühen Barockzeit. Als Schreiner arbeitete u.a. Lienhart Gastel, Höchstädt, am Schloss.

Zunächst erfolgte der Abbruch der mittelalterlichen Burg. Der Bergfried wurde in den Hauptturm des Schlosses umgewandelt, um diesen wurde die viereckige Anlage des Baukomplexes gruppiert, sie sollte nur Wohnzwecken dienen.

Beim Baumaterial handelt es sich u.a. um Quader aus Faimingen vom dortigen Römerkastell und vom Steinbruch aus Wittislingen.

Das Schloss liegt am Ostende der Stadt an der Spitze eines Geländesporns am Hochufer des Donautals. Der Schlosshügel ist vom Vorgelände durch einen breiten, sichelförmigen Halsgraben abgetrennt. An der Stelle der vormaligen Zugbrücke befindet sich heute ein Damm. Früher waren die beiden Türme links und rechts vom ehemaligen Bergfried Ansatzpunkte der Stadtmauer. Die Vierflügelanlage hat einen regelmäßigen, quadratischen Grundriß, welcher einen Baublock von schlichter Größe ergibt.

Turm Schloss Höchstädt

Turm Schloss Höchstädt

Das Schloss besitzt vier runde Ecktürme mit Kegeldächern und einen in Mitte der Front einbezogenen Burgfried.

Das große Rundbogenportal zeigt Flachreliefs, die Frauengestalten mit Posaunen und Blumenvasen darstellen. Säulenpaare flankieren das Tor, im Segmentgiebel zeigen sich die Wappen des Bauherrns.

Eine Torhalle mit kassettiertem Tonnengewölbe führt zum Hof, vormals war sie mit Sgrafittomalereien (vgl. Ottheinrichsbau in Neuburg) versehen.

Vier fast gleiche Flügel umschließen den geräumigen Hof; in den Hofecken befinden sich zwei polygonale Treppentürme, über den Zugängen finden sich wieder die Allianzwappen des Bauherrn.

Steinerne, runde Wendeltreppen mit verzierten Sockeln der Spindel und der Jahreszahl 1594 führen zu den Obergeschossen. Ein Zeitgenosse berichtet, dass das Schloss zu Wohnzeiten Herzogin Annas 28 Stuben und weitere Kammern umfasste; alle Decken, Türgerichte, Betten waren Holzpflegearbeiten. Die Öfen seien kunstvolle, erhabene Töpferarbeit mit allerlei Arbeiten, auch mit Gold angelaufen.

1594 erhält das Schloss zwei Glocken, später wird eine der Glocken in die Augustinerkirche nach Lauingen verbracht. Sie trägt Namen und Wappen des Stifters Pfalzgraf Philipp Ludwig. Die Inschrift auf der erhaltenen Glocke lautet: „DAS WORT GOTES BLIPT IN EWIGKAIT IOHANES AM 16. CAPITEL“.

Schloss Höchstädt

Schloss Höchstädt

Von 1616 bis 1632 war das Schloss der Witwensitz Herzogin Annas von Jülich-Kleve. Ihr feierlicher Einzug ins Schloss fand am 3. Oktober 1616 statt. Seit Ende des 20. Jh.s nahm der Freistaat Bayern umfangreiche Sanierungsarbeiten vor, u.a. die Erneuerung der Kassettendecke des Rittersaals (1847 in den Landtag nach München verbracht, 1944 durch Bombenangriff zerstört).

Jetzt beherbergt das Schloss die Dauerausstellung „Brennpunkt Europas 1704“, sowie eine Dokumentation der Schlossgeschichte. Vom Bezirk Schwaben und dem Kulturforum der Stadt Höchstädt werden wechselnde Sonderaustellungen ausgerichtet. Architektonisch zählt Schloss Höchstädt zu den bedeutendsten Schlössern der Renaissance in Bayern.

Museum Schloss Höchstädt

Im Museum finden Sie die zwei Dauerausstellungen „1704 – Brennpunkt Europas“ und „Über den Tellerrand“ sowie ständig wechselnde Themenausstellungen, die Sie unserem Veranstaltungskalender der Kategorie Ausstellungen entnehmen können. Ein Besuch lohnt sich.

Das Schloss erleben...

Das Schloss von Höchstädt ist das architektonische Highlight der Stadt. Seit seiner Komplettsanierung in den 80er und 90er Jahren kann es fast vollständig genutzt werden und hat verschiedenste Nutzarten erhalten. Lesen Sie mehr…

Schlossverwaltung Neuburg
Außenstelle Höchstädt
Herzogin-Anna-Straße 52
89420 Höchstädt a.d.Donau

Tel.: 09074 9585 -700
Fax: 09074 9585 -791

Kastellan Anton Wiedemann
Mobil: 0172 8255602
E-Mail: wiedemann-schlosshoechstaedt@gmx.de

Eintrittspreis für den Besuch aller Ausstellungen:
Regulär: 4,50 EUR, ermäßigt: 3,50 EUR

Kinder und Schüler bis 18 Jahre: freier Eintritt

Eintrittspreise für Vorträge und Konzerte variieren, genaue Angaben finden Sie bei der jeweiligen Veranstaltung.

Führungen für Gruppen:
bis 25 Personen: 30,00 EUR plus Eintritt, rechtzeitige Anmeldung erforderlich.

01. April – 14. Oktober 2018: 09:00 – 18:00 Uhr
Montags geschlossen (ausgenommen Feiertage)

15. Oktober 2018 – März 2019: geschlossen

Das Kulturforum der Stadt Höchstädt, der Bezirk Schwaben und die Bayer. Schlösser- und Seenverwaltung haben auch in diesem Jahr wieder ein interessantes Kulturprogramm für Schloss Höchstädt zu bieten. Wechselnde Ausstellungen in der Schlosskapelle und attraktive Konzerte versprechen eine abwechslungsreiche Schlosssaison.

Wir freuen uns, Sie in Schloss Höchstädt zu treffen!

Die Schlossflyer liegen im Rathaus Höchstädt (Eingangsbereich), bei den Banken und in der Bücherei aus. Sie können ihn aber auch hier herunterladen: Jahresprogramm 2018.

Schloß Höchstädt, Dr. Reinhard Seitz

„Schloß Höchstädt“

Buch von Dr. Reinhard Seitz ist mit 320 Seiten ein umfassendes Werk, das reich bebildert ist.

In seinem Buch hat der frühere Leiter des Augsburger Staatsarchivs viele interessante Details aus der Geschichte des Schlosses und der Stadt Höchstädt zusammengetragen. Darüber hinaus hat sich Dr. Seitz besonders mit der Zeit beschäftigt, als Schloss Höchstädt Bergungsstätte für ukrainische und osteuropäische Museen im Rahmen zweier vor- und frühgeschichtlicher NS-Forschungsinstitute für Osteuropa (1944/45) war.

Das Buch von Dr. Reinhard Seitz kann bei Schreibwaren Roch, Marktplatz 6, Tel.: 09074 1212 und im Rathaus der Stadt Höchstädt, Tel.: 09074 4412 käuflich erworben werden.